Freitag den 25.11.:
Holger fährt mit mir und Chiara, direkt nach dem Nachtdienst, ohne zu schlafen, zur FÄ (10.00 Uhr). Befund: Mumu ca. 3-4 cm offen, Fruchtwassermenge untere Norm. Die FÄ stocherte noch mit einem langen Metallstab in mir rum, um die Farbe des Fruchtwassers zu kontrollieren. Das Fruchtwasser war klar, aber das Rumgestocher schien bei mir wieder Wehen ausgelöst zu haben. Am CTG waren dann auch innerhalb einer halben Stunde drei Wehen aufgezeichnet wovon ich aber nur eine leicht gemerkt hab.
Ich sollte also Anfang der nächsten Woche wiederkommen, wenn der Kleine bis dahin noch nicht da ist Shocked Sollte das etwa heißen, sie denkt, dass es losgeht ???
Wir also schnell nochmal zu Burger King. Wer weiß, wann es das nächste zu Essen gibt Laughing

Wieder Zuhause angekommen schreibe ich mir die Abstände der Wehen auf. Alle 15-20 Minuten. Vorsichtshalber schonmal die Oma anrufen, dass sie in Alarmbereitschaft ist, für den Fall, dass wir Chiara vorbeibringen müssen.
Gegen 18 Uhr wird es mir unheimlich. Die Abstände haben sich auf 5-7 Minuten verkürzt. Nur war ich mir nicht ganz sicher ob es sich lohnt schon loszufahren. Denn die Wehen waren nicht schmerzhaft. Also hab ich meine Nachsorgehebamme angerufen, die dann auch gleich kam.
19.00 Uhr kam die Hebamme. Nach einer Vaginaluntersuchung sagte sie, dass sich am Mumu-Befunde seit heute morgen nichts geändert hat und es würde sich nicht lohnen schon loszufahren. Es sei denn, die Wehen werden stärker. Und so kam es auch. Gegen 22 Uhr würden die Wehen so stark, dass ich veratmen musste. Also schnell Chiara aus dem Bett, alle Sachen schnappen und zur Oma. Dort hing ich dann schon alle 3 Minuten keuchend über dem Küchentisch. Schnell weiter ins Geburtshaus wo Marianne, die Hebamme, schon auf uns wartete. Kurz ans CTG und wie soll es sein...keine einzige Wehe mehr in Sicht.
Marianne sagte, dass das wohl gut durch die Untersuchung der FÄ passiert sein kann, dass jetzt Iritationen aufgetreten sind, aber das scheinen keine Geburtswehen gewesen zu sein. Wir sollten ruhig alle wieder nach Hause fahren und schlafen. Sie gab mir noch Baldrian zur Beruhigung mit, damit ich schlafen konnte.
Völlig enttäuscht fuhren wir nun wieder nach Hause (ca. 2.00 Uhr). Holger konnte nun endlich auch mal schlafen. Aber bei mir war an Schlaf nicht zu denken. Kaum Zuhause angekommen, gingen die Wehen wieder los. Ich wälzte mich auf dem Sofa von einer Seite zur anderen. Alle 2 Minuten Wehen, die mir die Tränen in die Augen treiben. Gegen halb fünf konnt eich nicht mehr. Ich konnte mich nicht mehr bewegen vor Schmerzen. Bei jeder kleinsten Bewegung kam eine Wehe mit Druck nach unten. Ich hatte Schüttelfrost und mir war kotzübel. Holger rief wieder Marianne an. Sie wollte mit mir sprechen, aber sprechen war mir gar nicht mehr möglich. Sie versuchte per Telefon mit mir die Wehen zu veratmen und überlegte ob es sinnvoll wäre, wenn ich mal in die Badewanne gehen würde. Nach langem Hin- und Herüberlegen sagte sie, wir sollten wiederkommen und im Geburtshaus sollte ich dann in die Wanne gehen.
Ca. 5 Uhr. Der Griff im Auto über der Beifahrertür wurde mein bester Freund. Ich hatte das Gefühl, die Wehen kamen ohne Pause.
5.10 Uhr im Geburtshaus: Holger und ich legten uns ins Bett und Marianne untersuchte den Mumu. Er hat sich etwas geöffnet und die Fruchtblase war sehr prall. Plötzlich kam die erste Presswehe. 5.20 Uhr platzte die Fruchtblase und ich konnte und wollte nicht mehr. Nur noch pressen, schreien, Holgers Hand zerdrücken. Veratmen war gar nicht mehr drin. Marianne rief schnell bei Claudia an, die den zweiten Dienst hatte. Ich sollte in die Wanne gehen, aber ich konnte und wollte mich nicht mehr vom Fleck bewegen..einfach nur noch pressen. Ich sollte in den Vierfüßlerstand...nein, bloß nicht bewegen...wieder eine Presswehe. Huch, der Kopf ist ja schon da...ich sollte den Kopf anfassen, aber nein...ich will mich nicht bewegen, nur noch pressen. Wie war das mit dem Hecheln? Ich soll ruhig bleiben? Geht nicht. Ohne Pause noch eine Presswehe... 5.47 Uhr und Robin war geboren. Marianne legte ihn mir auf die Brust und ließ uns alleine. Robin sah sich irritiert mit großen Augen um und Holger und ich starrten dieses kleine Menschlein an, als hätten wir nie vorher ein Baby gesehen Laughing
Nach 20 Minuten kam Marianne wieder. Die Plazenta wurde geboren und sie gratulierte uns. Inzwischen ist auch Claudia eingetroffen. Sie lachte nur, gratulierte uns und fuhr wieder nach Hause.
Genäht werden brauchte ich nicht. Es ist nichts gerissen.
Robin wurde noch gewogen und gemessen, das Untersuchungsheft wurde ausgefüllt und ich durfte aufstehen und pipimachen gehen. Holger zog Robin an und Marianne half mir beim Anziehen und wir fuhren gegen 7.30 Uhr überglücklich nach Hause und ich muss sagen: Ich bereue keine Sekunde die Entscheidung in einem Geburtshaus entbunden zu haben. Es war eine wunderschöne Geburt.


 

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